Jugend und Pubertät

Die Zeit der Jugend, beginnend mit dem 13. und endend mit dem 21. Lebensjahr, ist die Zeit zwischen Kindheit und Erwachsensein. Sie ist eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. In die Jugendphase fallen nicht nur Pubertät und individuelle Identitätsfindung, sondern auch die emotionale Ablösung vom Elternhaus, das Ende der Schulzeit und der Beginn der Berufsausbildung.

Sowohl die Jugendlichen selber als auch die sie umgebenen Erwachsenen sind in dieser besonderen Lebensphase mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Dabei ist das Phänomen „Jugend“ ein relativ neues, denn bis hinein in das 18. Jahrhundert wurde die Jugend, ebenso wie die Kindheit, nicht als eigenständiger Lebensabschnitt wahrgenommen. In diesem Sinne ist Jugend ein historisch gewachsener Begriff, der im Zusammenhang mit der jeweils geltenden Gesellschaftsform betrachtet werden muss. Zwar gilt in der westlichen Welt allgemein die Zeit zwischen dem 13. und 21. Lebensjahr als Jugendzeit, dennoch wird der Begriff auch hier unterschiedlich ausgelegt, etwa in juristischen oder soziologischen Definitionen.
Seit der Wahrnehmung der Jugend als eigenständige Lebensphase haben sich eine Reihe von Berufen im Zusammenhang mit den besonderen Merkmalen und Herausforderungen gebildet. Zu den bekanntesten gehören die Erzieherin und der Erzieher. ErzieherInnen arbeiten in der Regel mit Kindern und Jugendlichen, sind aber auch in der Betreuung von Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen sowie psychischen Erkrankungen tätig. Erzieher und Erzieherinnen werden an Fachschulen oder pädagogischen Berufskollegs ausgebildet und beenden ihre dreijährigen Ausbildung mit einem Abschluss als „staatlich anerkannte/r Erzieher/in“. Die dual organisierte Ausbildung unterscheidet sich je nach Ausbildungsträger und Region, grundlegende Ausbildungsinhalte sind jedoch neben Pädagogik, Psychologie und Soziologie, auch Jugend- und Familienrecht, Methodik und Didaktik sowie Heilpädagogik und Sonderpädagogik. In der zweiten Ausbildungshälfte findet in der Regel eine Spezialisierung auf einen bestimmten Fachbereich statt, z.B. auf Jugendhilfe oder Freizeitpädagogik.
Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern werden in Deutschland wiederholt Diskussionen darüber geführt, die Erzieherausbildung in ein Studium zu integrieren. Mit den von einigen Universitäten mittlerweile eingeführten Bachelorstudiengängen, u.a. Früh- und Elementarpädagogik, wird ein Schritt in diese Richtung unternommen.
Unter dem Sammelbegriff „Soziale Arbeit“ finden sich weitere Berufe, die, je nach Tätigkeitsort und Ausbildungsprofil, die Jugendzeit zum Beruf haben: SozialpädagogInnen, SonderpädagogInnen und SozialarbeiterInnen. In allen drei Fällen ist die Ausbildung als Studium organisiert und wird entweder von Universitäten oder Fachhochschulen angeboten. Grundlegende Ausbildungsinhalte sind u.a. Methoden und Theorien der Sozialen Arbeit, Erziehungswissenschaften, Sozialrecht, Psychologie und Medizin. Diese interdisziplinäre Verschränkung ermöglicht vielfältige Tätigkeiten in unterschiedlichen Bereichen, z.B. in der Familienberatung und -betreuung, Erziehungshilfe, Kinder- und Jugendarbeit, Schulsozialarbeit oder Jugendgerichtshilfe. Zudem kann im Anschluss des Studiums eine Weiterbildung zum/zur Kinder- und JugendpsychotherapeutIn erfolgen.